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Gleichstellung und Diversität
19.01.27 | 12:15 Uhr

Majse Kraft, M.Mel.: Kann medizinische KI diskriminierungsfrei gestaltet sein? Ethische Kriterien am Beispiel Alter

Logo: Bunte Boxen auf neutralem Grund; Text: Food for Thought Lunch Lectures Wintersemester 2026/27
© Institut für Gebrauchsgrafik

Künstliche Intelligenz soll medizinische Entscheidungen präziser und die Versorgung besser machen. Gleichzeitig kann sie bestehende Ungleichbehandlungen unbemerkt fortschreiben. Besonders deutlich wird das beim Merkmal Alter: Es ist in der Medizin oft prognostisch relevant, etwa bei der Dosierung von Medikamenten, zugleich aber mit Stereotypen von Gebrechlichkeit und Abhängigkeit verbunden. Wann ist eine altersbezogene Unterscheidung medizinisch begründet und wann wird sie zur Diskriminierung? Der Vortrag zeigt, wie algorithmische Verzerrungen entstehen und warum nicht jeder Bias schon Diskriminierung ist. Auf Grundlage von Diskriminierungstheorie und Medizinethik stellt er sechs Kriterien vor, mit denen sich prüfen lässt, ob Alter in KI-gestützten Entscheidungen verantwortbar berücksichtigt wird. Diskutiert werden soll, was sich daraus für andere Merkmale wie Geschlecht ableiten lässt.

Majse Kraft ist Doktorandin in der Forschungsgruppe „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium Medizin – Ethik – Recht (M.mel.) in Halle-Wittenberg beschäftigt sie sich in ihrer Doktorarbeit mit Altersdiskriminierung in medizinischen KI-Systemen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Ethik der künstlichen Intelligenz, in Fragen von Ungleichheit und Diskriminierung sowie in Theorien der Gesundheitsgerechtigkeit.


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