Natalie Sontopski, M.A.: Another AI is possible: Feministisch über KI spekulieren.
Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, ob es eine feministische KI-Praxis gibt: Die Repräsentation von Gender ist bei gängigen KI-Anwendungen wie Chatbots oder generativer KI oft stereotyp und voreingenommen. So sprechen Smart Speakers wie Siri mit einer weiblichen Stimme und verkörpern stereotype Eigenschaften einer weiblichen Assistentin. Generative KI generiert bei Prompts wie „doctor“ das Bild eines männlichen Arztes. Und alle KI-Modelle stützen sich auf Trainingsdaten, die ein stereotypes Bild von Geschlecht und gender zeichnen, was zu einer einseitigen und klischeehaften Repräsentation führt. Zudem sorgt die Hegemonie von einigen wenigen KI-Modellen dafür, dass es alternative Entwürfe von KI unmöglich erscheinen. Deswegen werde ich Bedingungen für eine feministische KI-Praxis erläutern sowie Möglichkeiten und Projekte vorstellen feministisch mit KI zu experimentieren und zu spekulieren. Dazu gehören Designmethoden wie das spekulative Design sowie ein Ansatz des „hacking back“.
Natalie Sontopski ist studierte Soziologin, arbeitet aber seit vielen Jahren interdisziplinär und oft kollektiv an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Anhalt und arbeitet im Projekt „Keine Kohle“ zur nachhaltigen Technologieentwicklung, ethnografischer Forschung und More-Than-Human-Design. Außerdem promoviert sie an der TU Dresden zum Thema „Strategien der Spekulation im Feld Creative AI“.